Welcher Content-Management-Typ sind Sie?

Publiziert: 25.11.2019
Macbook auf aufgeräumten Schreibtisch, Foto Kari Shea / unsplash

Wenn Sie an den Content der von Ihnen gepflegten Websites denken: Wie sieht es dort aus? Wie das cleane Heim im hypermodernen skandinavischen Stil? Oder eher wie ein barockes Durcheinander voller Schnörkel und alter Schätze?

Als Content-Management-Dienstleister arbeitet text2net mit unterschiedlichen Softwarelösungen zur Verwaltung von Inhalten, wie z.B. Content- und Digital-Asset-Management-Systeme oder Textengines zur Textautomation.

Dabei haben wir täglich mit den unterschiedlichsten „Content-Management-Typen“ zu tun. Davon möchten wir – mit einem Augenzwinkern – zwei extreme Beispiele vorstellen.

Der Bewahrer

„Das könnten wir später noch brauchen!“ Ganz wie beim Aufräumen und Wegwerfen in den heimischen Wänden kommt dieses Argument auch oft in Bezug auf die Inhalte im Content Management System. Kein Wunder, da hat man immerhin mit einiger Mühe eine komplexe Webseite gebaut und findige Funktionen ausgetüftelt. Im Zweifel ist die Page durch diverse Abnahmen gegangen, bevor das Design gesessen hat. Wenn man das nun entsorgt – und dann wieder braucht, wie ärgerlich wäre das!

Und so sammeln sich Seiten über Seiten im CMS an, die Contentstruktur verzweigt sich immer weiter. Redirects redirecten weitere Redirects und jeder Neuzugang im Editing-Team hat große Mühe, sich in dem „historisch“ gewachsenen Urwald aus Sicherungen und deaktivierten Seiten zurechtzufinden.

Doch manchmal taucht die Frage auf: „Das hatten wir doch schon einmal …“ Und DANN kommt der große Augenblick des Bewahrers: Denn DA liegt sie – genau die Seite! Und statt alles aufwändig neu zu bauen, reicht eine Aktualisierung des Inhaltes und man drückt schlicht auf „activate“. Und der Bewahrer fühlt sich bestätigt.

Stapel Papiere auf Schreibtisch. Foto Sharon McCutcheon / unsplash

Der Aufgeräumte

Wie mit der Machete durch den Urwald, so möchte der „Aufgeräumte“ durch das CMS schneiden: Alles, was veraltet riecht, länger deaktiviert ist oder ansatzweise gerade nicht gebraucht wird, muss weg. Am liebsten direkt löschen! Ballast abwerfen, höchstens 50 Dinge besitzen (oder waren es 45?), wenn das Leben schon nicht aufgeräumt ist, dann wenigstens das CMS.

Was soll man auch mit den ganzen alten Pages und Assets auf der Website? Sie nehmen unnötigen Speicherplatz ein und behindern womöglich die Performance. Wer sich durchbrowsen muss, wird wahnsinnig, und ein Überblick ist selbst bei kleineren Websites kaum möglich, geschweige denn bei den komplexen, internationalen Unternehmensauftritten, die text2net betreut.
Doch was ist, wenn eine Seite doch noch einmal gebraucht wird? Wenn eine Dokumentation gefordert wird? Wenn sich die Frage stellt, wie eigentlich früher ein Problem schon mal gelöst wurde? Immer alles wieder und wieder neu lernen zu müssen ist unökonomisch und nebenbei auch unbefriedigend. Und wann entscheidet man eigentlich, dass etwas wirklich wirklich WIRKLICH nicht mehr gebraucht wird?

Das sind Risiken, die dieser Content-Management-Typ gerne in Kauf nimmt, wenn er sich dafür durch sein gut sortiertes Backend browsen und mit wohlwollendem Blick auf eine übersichtliche, reduzierte Seiten- und Datenmenge schauen darf: Ein König in seinem (wundervoll aufgeräumten) Reich.

Der goldene Mittelweg

Dass beide Typen nicht die Lösung für die Problematik eines sinnvollen Managements von Inhalten bieten, haben Sie bereits bemerkt. Doch wie geht man denn nun richtig mit den Datenmengen um? Die Antwort ahnen wir alle irgendwie: Die Kunst liegt darin, den goldenen Mittelweg zu finden. Dinge, die tatsächlich noch relevant werden könnten, aufzuheben und Überflüssiges abzuschaffen. Und den Bestand daraufhin immer wieder zu hinterfragen. Dafür, wie man das am besten in die Tat umsetzt, haben wir einige Tipps für Sie zusammengetragen.

  • Sind wir ehrlich, jeder von uns hat die Tendenz zu einem der beiden Typen. Eine gute Selbsteinschätzung bringt Sie hier ebenso weiter wie konstruktive Kommunikation: Kommen Sie mit Ihrem „Gegentypen“ ins Gespräch, hören Sie sich seine Argumente an und finden Sie gemeinsame Wege, Ihre Seiten zu managen.
  • Fragen Sie dabei: Gibt es einen formulierbaren Grund, einen Inhalt oder eine Page zu verwahren?
  • Und andersherum: Sind Sie sicher, dass etwas dauerhaft gelöscht werden kann? Bedenken Sie auch Seiteneffekte wie nicht mehr funktionale Redirects und Links.
  • Wie wäre es mit einem Archivbereich im CMS? In den können Sie Seiten verschieben, die live keine Rolle mehr spielen, aber möglicherweise nochmal gebraucht werden. Aber Vorsicht: Auch den sollten Sie nicht zuwuchern lassen!
  • Editing-Know-how sollte in geeigneter Form außerhalb des CMS dokumentiert werden und nicht im CMS in Form von alten Inhalten, die man „vielleicht“ noch einmal als Vorlage verwenden kann (aber wahrscheinlich nicht). Bei text2net hat sich dafür ein Wiki bewährt, das dem Editing-Team einfachen und schnellen Zugriff auf die benötigten Informationen ermöglicht.

Autorin: Miriam Dovermann

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